Elektroherbizide – Geschichte und Anbieter

Historie

Einzelseite aus "Electrical methods of killing plant" (M.F. Diprose & F.A. Benson, 1984)

Die effiziente und nachhaltige Bekämpfung bestimmter Pflanzen ist für die Sicherheit und den Wohlstand der modernen menschlichen Gesellschaft von größter Bedeutung. Einer der Schwerpunkte liegt dabei in der Bekämpfung invasiver Neophyten.

Der Einsatz chemischer Herbizide, unterliegt – zurecht – einer zunehmenden Reglementierung. Die pflanzeneigenen Leitsysteme besitzen eine gute elektrische Leitfähigkeit und sind hierdurch auf natürliche Weise für die gezielte Stromführung geeignet.

Bereits um 1890 wurden erste Patente bezüglich elektrophysikalischer Unkrautbekämpfung angemeldet und bis heute werden umfangreiche Anstrengungen unternommen, die Technologie weiterzuentwickeln.

Buchseite aus: "Electrical methods of killing plant" (M.F. Diprose & F.A. Benson, 1984)

Anbieter

crop.zone

Die deutsche crop.zone GmbH aus Aachen war vor allem in der Landwirtschaft aktiv. Ihr "Hybrid Herbicide" ist eine elektrochemische Lösung. Die Pflanzen werden mit einer leitfähigen Substanz vorbehandelt und anschließend mit einer elektrischen Ladung beaufschlagt. Die Technologie wurde in erster Linie zur Sikkation in Kartoffelfeldern eingesetzt.

Laut öffentlich einsehbarer Handelsregistereintragung vom 06.01.2026 ist die Firma insolvent: "Durch Beschluss des Amtsgerichts Aachen (91 IN 308/25) vom 29.12.2025 ist über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Gesellschaft ist aufgelöst."

(Bildquelle: Facebookauftritt der Firma crop.zone GmbH)


RootWave (Ubiqutek)

Das britische Unternehmen RootWave brachte in Europa mit dem "RootWave Pro" die erste Handlanze auf den Markt.

Das fast 300kg schwere, elektrothermische System benötigte ein mit Benzin betriebenes Strom-Aggregat, dessen Ausgangsspannung (230 V/50 Hz) auf konventionelle Weise bis 5.000 V hoch transformiert wurde.

Der Behandlungserfolg war je nach Spezies sehr unterschiedlich. Komplexe Rhizome wie das des Japanischen Staudenknöterich erwiesen sich als äußerst regenerativ.

Inzwischen wird das System nicht mehr auf der Website des Unternehmens präsentiert. Statt dessen konzentriert man sich auf nicht-selektive Geräte für den Obst- und Weinbau.

(Bildquelle: Internetauftritt der Firma RootWave)


Wurzel-Killer

Die Wurzel-Killer Elektrolanze im Testeinsatz

Das deutsche Startup Wurzel-Killer GmbH aus Dresden hat mit seiner Nanoweed-Technologie einen Weg gefunden, unerwünschte Bodenvegetation mit sehr geringem Zeit- und Energieaufwand nachhaltig zu vernichten.

Das Verfahren ist grundsätzlich skalierbar und kann sowohl selektiv als auch nicht-selektiv verwendet werden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der speziellen Formung der Behandlungsströme sowie deren Echtzeit-Anpassung an die Zielpflanze(n) unter Verwendung modernster Bauteile und Werkstoffe.

Neben dem technologischen Verfahren an sich beschäftigt sich das Unternehmen mit der Anwendungs-Entwicklung in Form einer tragbaren, Akku-betriebenen Handlanze, zum Beispiel zur Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs.

(Bildquelle: Internetauftritt der Wurzel-Killer GmbH)


Zasso

Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen mit der Zasso Group AG in der Schweiz. Daneben existieren Zasso Ltda Brasilien sowie die deutsche Zasso GmbH mit Sitz in Aachen.

Seine Mission beschreibt das Unternehmen selbst als die Bereitstellung effizienter, praktikabler und notwendiger Technologien für eine herbizidfreie Welt um das Paradigma der Unkrautbekämpfung weltweit neu zu gestalten.

Diesem Anspruch versucht das innovative Unternehmen mit einer beeindruckend breiten Produktpalette gerecht zu werden. Ein Teil der Produkte ist allerdings in Europa nicht marktverfügbar.

(Bildquelle: Internetauftritt der Zasso Group AG)